Warum der Name nicht hält, was er verspricht

Die KD - von Köln nach Düsseldorf?

Kölner und Düsseldorfer sind immer verfeindet? Von wegen. Ein Unternehmen macht uns vor, wie’s geht – und das schon seit über 150 Jahren. Seit 1853 existiert die „Köln-Düsseldorfer Schiffahrtsgesellschaft“. Seitdem wird die direkte Verbindung von Kölnern und Düsseldorfern reichlich zur Völkerverständigung genutzt: Man fährt zusammen Bötchen, zeigt sich gegenseitig die Sehenswürdigkeiten am Rheinufer, lernt sich kennen... Nein, war nur Spaß!

Die „Köln-Düsseldorfer“ – kurz und knackig KD genannt – fährt nämlich überall hin, nur nicht von Köln nach Düsseldorf. Betrachtet man ihre Route, wäre der Name Köln-Koblenzer oder Köln-Mainzer passender. Selbst über die Mosel, von Koblenz nach Cochem, fährt sie. Nur eben von Köln nach Düsseldorf geht es mit der Köln-Düsseldorfer nicht.


KD mit Möwen Foto: Oliver Heyer

Aber wieso dann eigentlich dieser Name? Vielleicht eine pädagogische Erziehungsmaßnahme, um die Streithähne zu besänftigen? Oder sogar eine Verordnung, welche Düsseldorfer und Kölner näher zusammenbringen sollte?


Die KD entstand Mitte des 19. Jahrhunderts aus einer Kölner und einer Düsseldorfer Schifffahrtsgesellschaft, die bis dato heftig miteinander konkurrierten. Von einer richtigen Fusion war damals aber noch keine Rede – heute würde man das wohl eher als Firmen-Kooperation bezeichnen: Jede Gesellschaft behielt ihre eigene Verwaltung. Zum richtigen Zusammenschluss kam es erst über hundert Jahre später, als die Kölner Gesellschaft das Schifffahrtsunternehmen übernahm. Im Jubiläumsband wird dieses Ereignis als „Hochzeit nach der hundertjährigen Verlobung“ beschrieben. Ging es da tatsächlich so romantisch-harmonisch zu wie bei einer Hochzeit – oder flogen die Fetzen?


Wie auch immer – mittlerweile haben die Kölner jedenfalls eindeutig die Oberhand. Der Vorstand der KD besteht komplett aus Kölnern, im Aufsichtsrat begegnen wir Bonnern, Frankfurtern, gar Münchnern, Düsseldorfer sucht man jedoch vergebens.


Ist die KD-Flotte deswegen so auf Süden gepolt? Nein, der Mann im Kartenhäuschen weiß es besser: Für die Fahrt von Köln nach Düsseldorf bräuchte man ganze vier Stunden. Viel zu sehen gäbe es dort auch nicht. Denn zwischen Köln und Düsseldorf reiht sich ein Industriegebiet an das andere. Die Aussicht auf die Ford- und Bayer-Werke und die Felder dazwischen ist nun wahrlich nicht zu vergleichen mit dem berühmten Felsen der Loreley, den man südlich von Köln bewundern kann.


KD-Schiff Foto: Oliver Heyer

Zwar liegt auf dieser Strecke ein Ort, der das Herz von historisch Begeisterten höher schlagen lassen könnte. Mitten in der Einöde fand ein geschichtsträchtiges Ereignis statt: Die Schlacht von Worringen. Schade nur, dass auch das Worringer Ufer eine perfekte Einöde ist und es hier vom Schiff aus gar nichts zu sehen gäbe. Nicht einmal eine kleine Gedenktafel, die auf das sagenumwobene Ereignis hinweist.


Kurzum: Um von Köln nach Düsseldorf zu gelangen, eignet sich der Wasserweg nicht. Aber deshalb muss ja keiner auf das schöne Düsseldorf verzichten. Es gibt noch andere Fortbewegungsmittel, die vielleicht sogar zur Völkerverständigung zwischen Kölnern und Düsseldorfern beitragen können, wie die Bahn...Aber das ist eine andere Geschichte.


Wir haben Passanten zwei Fragen zum Thema Köln-Düsseldorfer Schifffahrtsgesellschaft gestellt:

Würdest du mit der KD von Köln nach Düsseldorf fahren?


Wie kommt die KD zu ihrem Namen?


Quellen: